Kurzgeschichte · 18. September 2018
Das mittelfrankische Städtchen Zirndorf ist deutschlandweit vor allem für sein Aufnahmelager bekannt. Wie Strandgut werden Menschen aus aller Herren Länder hier angeschwemmt. Sie verbindet bei allen kulturellen, ethnischen, religiösen und persönlichen Unterschieden einzig und allein der traurige Umstand, fremd in diesem Land Deutschland zu sein. Seltsamer Zufall, dass sie ausgerechnet nach Zirndorf kommen - oder besser gesagt, dass sich ebendieses Auffanglager ausgerechnet in Zirndorf...
Kurzgeschichte · 02. September 2018
Als meine Kinder noch klein waren, habe ich ihnen oft Märchen vorgelesen. In einem, war als Motiv wiederkehrende Verse eingefügt, die auf mich einen ganz besonderen Zauber ausübten. Oh, du Falada, der du hangest, Oh du Jungfer Königin, da du gangest, wenn das deine Mutter wüsste, das Herz tät ihr zerspringen. Mit diesen Worten grüßt der abgeschlagene, an ein Tor genagelte Pferdekopf des Falada die ins Unglück gestürzte Königstochter und er symbolisiert damit die Liebe ihrer Mutter,...
Lyrik · 10. August 2018
Ohne Sorgen, ohne Plagen gar nicht nach dem Morgen fragen einfach nur im Jetzt und Hier endlich ankommen bei mir. Vogelsang und Geißblattduft Libellen tanzen in der Luft, zärtlich sanft, liebkosend mild streichelt meine Haut der Wind. Farbenrausch, wohin ich schau drüber stahlt das Himmelsblau, unterm Himmel hoch und weit treib ich träumend durch die Zeit. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Kurzgeschichte · 22. Juni 2018
Heute habe ich die Hoffnung begraben. Einfach so. Ohne großes Tamtam. Ich habe sie in eine gebrauchte Schachtel gelegt, die seit Tagen zufällig von einer Paketsendung in der Wohnung rumstand, und sie zum alten Gerümpel in den Keller getragen. Danach habe ich die Fenster geöffnet, frische Luft hereingelassen und tief durchgeatmet. Die Wohnung kam mir mit einem Mal geräumiger vor, irgendwie strahlender, wie von altem Staub und Moder befreit. Und weil auch ich mich frischer, ja geradezu...
Lyrik · 09. Juni 2018
Der Schwimmfrosch hier macht sich's bequem sein Dasein ist sehr angenehm. Er lässt sich treiben hin und her zufrieden sein fällt ihm nicht schwer. Wie dieser Frosch so möcht ich heut mich treiben lassen durch die Zeit. Ich lebe einfach so dahin und hab nichts Großes grad im Sinn. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Lyrik · 14. Mai 2018
Zwischen allen Stühlen Auf jedem Stuhl sitzt meist schon einer so bleibt für mich oft leider keiner. Und ich, ich armer, dummer Wurm gar manchmal gräme mich darum. Doch wenn ich es dann recht bedenk, ist stuhl-los sein auch ein Geschenk. Ich sitz nicht starr und fest herum, bleib in Bewegung eben drum - Und oft so zwischen allen Stühlen die besten Plätze dann doch liegen. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Lyrik · 15. April 2018
Monstergedicht Das kleine Monster Rübesam, das war nicht wild, es war ganz zahm. Oh Graus! Man wagt es kaum zu sagen - ein Monster, aus der Art geschlagen! Der Rübesam fletscht keine Zähne, er schüttelt keine wilde Mähne. Die and'ren Monster sind verstört, sie grummeln, schimpfen sind empört. Den Rübesam, den stört das nicht, ihm scheint die Sonne ins Gesicht. Und wenn auch alle toben, schrei'n, die Klauen heben obendrein: Er liegt im Gras, genießt das Licht - und alles andere juckt...
Lyrik · 31. März 2018
Osterfreuden Für unser Kind zum Osterfest packt der Hase heut ins Nest viele süße Leckerei'n, die das liebe Kindlein freu'n. Und dann lauf, mein kleiner Schatz, suche an so manchem Platz. Irgendwo in Haus und Garten Gaumenfreuden auf dich warten. Auch für Oma, Opa, Tanten, all die lieben Anverwandten bringt die schöne Osterzeit genussvolle Geselligkeit. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
20. März 2018
Frühlingsgedicht Endlich Schluss mit Frost und Eis, Blütenschnee bloß, rosa-weiß. Überall, wohin ich schau Blütenträume gelb und blau. Es grünt und blüht, wohin man schaut, jubelt mancher Griesgram laut. Farbenrausch das Grau vertreibt, Leben macht sich wieder breit. Sonne lächelt freundlich mild Über jeden im Gefild Und ein wundersames Licht Zaubert Lächeln ins Gesicht. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Lyrik · 13. Februar 2018
Vorsätze Wie oft schon hörte ich mich sagen Jetzt geht´s den Pfunden an den Kragen!Die Muskeln schlaff, die Speckschicht kräftig - Ich brauch Bewegung, und zwar heftig! Doch Schweinhund, dies böse Tier Macht einen Narren oft aus mir Und statt zu stöhnen, ächzen, schwitzen, bleib ich nur im Fauteuil still sitzen. Statt Wasser rät er mir zu Wein, Statt Obst soll´s lieber Kuchen sein. Und ich, ich geb ihm wehrlos nach, Mein träges Fleisch ist gar zu schwach. Verzweifelt ruf ich:...

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