Kurzgeschichte · 16. März 2019
Die ersten Male hatte sie es einfach für einen belanglosen Zufall gehalten, ein Versehen. So etwas konnte vorkommen. Dann stellte sie erstaunt fest, dass sich die vermeintlichen Zufälle häuften. Und nun das. Sie waren eine ganze Zeit lang im selben, halb leeren Bus gefahren. Unmöglich, einander da nicht zu bemerken. Trotzdem tat er so als sehe er sie nicht, als wäre sie nicht zur selben Zeit mit ihm hier drinnen oder doch nur ein beliebiger, weiterer Fahrgast, eine ihm unbekannte Frau....
Lyrik · 31. Dezember 2018
Zum neuen Jahr Das alte Jahr ist grad vergangen das neue hat kaum angefangen. Dreihundertfünfundsechzig Tage - gar mancher stellt sich leis die Frage, was es wohl alles bringen werde an Freuden und auch an Beschwerde. Mein lieber Freund, ich weiß es nicht. Doch wünsch ich dir mit dem Gedicht Gesundheit, Mut und Zuversicht. Vertreib die Sorgen, nähr sie nicht! © by Elisabeth Schinagl 2019 Alle Rechte vorbehalten
Kurzgeschichte · 17. November 2018
Den Schriftsteller Max von der Grün habe ich bis vor kurzem ausschließlich mit dem Ruhrpott in Verbindung gebracht. Was ich nicht wusste: Von der Grün wurde 1926 in Bayreuth geboren und wuchs in Schönfeld bei Mitterteich auf. Eine harte Zeit, acht Jahre nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Grün ist das Kind armer Eltern, seine Mutter ist Dienstmagd, sein Vater Schuhmachergeselle ohne feste Anstellung. Weil die Mutter arbeiten muss, wächst der Junge bei seinen Großeltern auf. Arbeit gibt...
Lyrik · 27. Oktober 2018
Getrieben Zwischen Noch nicht und Nicht mehr treiben ewig wir umher, sind Spielball nur im Fluss der Zeit und Strandgut der Vergänglichkeit. Der Zeitstrom gönnt uns keine Ruh' er trägt uns weiter immerzu und würden wir auch gern verweilen - wir müssen dennoch weiter eilen. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Kurzgeschichte · 18. September 2018
Das mittelfrankische Städtchen Zirndorf ist deutschlandweit vor allem für sein Aufnahmelager bekannt. Wie Strandgut werden Menschen aus aller Herren Länder hier angeschwemmt. Sie verbindet bei allen kulturellen, ethnischen, religiösen und persönlichen Unterschieden einzig und allein der traurige Umstand, fremd in diesem Land Deutschland zu sein. Seltsamer Zufall, dass sie ausgerechnet nach Zirndorf kommen - oder besser gesagt, dass sich ebendieses Auffanglager ausgerechnet in Zirndorf...
Kurzgeschichte · 02. September 2018
Als meine Kinder noch klein waren, habe ich ihnen oft Märchen vorgelesen. In einem, war als Motiv wiederkehrende Verse eingefügt, die auf mich einen ganz besonderen Zauber ausübten. Oh, du Falada, der du hangest, Oh du Jungfer Königin, da du gangest, wenn das deine Mutter wüsste, das Herz tät ihr zerspringen. Mit diesen Worten grüßt der abgeschlagene, an ein Tor genagelte Pferdekopf des Falada die ins Unglück gestürzte Königstochter und er symbolisiert damit die Liebe ihrer Mutter,...
Lyrik · 10. August 2018
Ohne Sorgen, ohne Plagen gar nicht nach dem Morgen fragen einfach nur im Jetzt und Hier endlich ankommen bei mir. Vogelsang und Geißblattduft Libellen tanzen in der Luft, zärtlich sanft, liebkosend mild streichelt meine Haut der Wind. Farbenrausch, wohin ich schau drüber stahlt das Himmelsblau, unterm Himmel hoch und weit treib ich träumend durch die Zeit. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Kurzgeschichte · 22. Juni 2018
Heute habe ich die Hoffnung begraben. Einfach so. Ohne großes Tamtam. Ich habe sie in eine gebrauchte Schachtel gelegt, die seit Tagen zufällig von einer Paketsendung in der Wohnung rumstand, und sie zum alten Gerümpel in den Keller getragen. Danach habe ich die Fenster geöffnet, frische Luft hereingelassen und tief durchgeatmet. Die Wohnung kam mir mit einem Mal geräumiger vor, irgendwie strahlender, wie von altem Staub und Moder befreit. Und weil auch ich mich frischer, ja geradezu...
Lyrik · 09. Juni 2018
Der Schwimmfrosch hier macht sich's bequem sein Dasein ist sehr angenehm. Er lässt sich treiben hin und her zufrieden sein fällt ihm nicht schwer. Wie dieser Frosch so möcht ich heut mich treiben lassen durch die Zeit. Ich lebe einfach so dahin und hab nichts Großes grad im Sinn. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten
Lyrik · 14. Mai 2018
Zwischen allen Stühlen Auf jedem Stuhl sitzt meist schon einer so bleibt für mich oft leider keiner. Und ich, ich armer, dummer Wurm gar manchmal gräme mich darum. Doch wenn ich es dann recht bedenk, ist stuhl-los sein auch ein Geschenk. Ich sitz nicht starr und fest herum, bleib in Bewegung eben drum - Und oft so zwischen allen Stühlen die besten Plätze dann doch liegen. © by Elisabeth Schinagl 2018 Alle Rechte vorbehalten

Mehr anzeigen